Di

13

Jul

2010

Wieviel muß ich trinken?

Wasser kann schön sein

Aus gegebenem traurigem Anlass, möchte ich an dieser Stelle über die richtige Trinkmenge sprechen. Der traurige Anlass ist der, dass eine 32 jährige Bekannte vor kurzem ein komplettes Nierenversagen bekam, da sie seit Jahren zu wenig trinkt und nun ist sie dialysepflichtig. Die Dialyse vermindert die Lebensqualität radikal und dies ist noch vorsichtig formuliert.

Die Aufnahme von Wasser mit den entsprechenden Salzen ist für Säugetiere auf dem Land überlebenswichtig, bei unseren Kollegen in den Meeren mag es anders aussehen. Da die Menschheit nun schon so lange überlebt hat, sollte man eigentlich davon ausgehen, dass sie es begriffen hat.

Es gibt immer wieder Empfehlungen, mal 1 Liter am Tag oder 2, aber dann nicht mehr als 3 Liter zu trinken. Ich halte solche Vorschläge für unseriös, da sie nicht der Wahrheit entsprechen. Ich selber war einmal in der Wüste in Kalifornien und habe neben 2 Litern Kaffee an einem Tag 6 Liter Wasser getrunken. Erst am Abend fiel mir auf, dass ich noch gar kein Wasser abgeschlagen hatte. Diese 8 Liter waren also schon zu wenig. Dabei ist die einzig richtige Empfehlung für die tägliche Wassermenge leicht zu verstehen: so viel, dass der Urin ab und zu am Tag wasserklar wird!!

Dann sind die Nierchen gut gespült, der Wassertank im Körper aufgefüllt und alles läuft im wahrsten Sinne des Wortes wie geschmiert.

Neben dem Nierenversagen drohen bei Wassermangel Thrombosen, Herzinfarkt, Schlaganfall, Harnwegsinfekte,verminderte körperliche und geistige Leistungsgüte usw.

Übrigens kann man sich auf das Durstgefühl nun gar nicht verlassen, der Durst setzt erst ein, wenn es schon spät ist, also das Blut zu dick und die Wasserspeicher im Körper entleert.

Last not least für die Dicken eine Empfehlung: vor dem Essen einen halben Liter austrinken, dann hat der Körper weniger Hunger und ist schneller satt.

 

Bier ist anders lautenden Gerüchten entgegen gar kein Wasserersatz. Im Gegenteil, zum Bier muß man Wasser trinken, damit der Körper nicht Wasser verliert.

Hier in Thailand beobachte ich oft einen Salzmangel bei den Europäern, einerseits durch das starke Schwitzen und andererseits die salzarme Küche in Thailand. Wahrscheinlich sind die Thailänder seit einiger Zeit gut an dieses Klima angepasst. Symptome des Salzmangels sind verminderter Blutdruck, Schwäche, Müdigkeit, Ohnmachtsanfälle (vorsicht beim Fahren), Schwindelattacken beim Aufstehen usw.

1 Beutel Elektrolytsalz aus der Apotheke in 250 ml Wasser gelöst und schnell getrunken sollten die Symptome in Minuten lindern.

Abschließend noch eine Zahl, wenn man morgens aufwacht, dann hat man bei deutschen Temperaturen während der Nacht 1 Liter Wasser verloren durch das Schwitzen, Schnarchen und Nierenfunktion. Hier in Thailand werden es wohl mehrere Liter sein.

Da das Trinken von mehreren Litern Wasser nicht unbedingt eine kulinarische Sensation darstellt, empfehle ich etwas Zitronensaft, Passionsfruchtpüree, einen Schuß Fruchtsyrup.

Kaffee und Tee stehen übertrieben in der Kritik, vielleicht kann man sich darauf einigen, dass 1 Liter Kaffee weniger als 1 Liter Wasser entsprechen, aber viel besser als nix. Übrigens regt Kaffee die Nieren an, damit man der Dialyse ein Schnippchen schlägt.

In diesem Sinne viel Spaß beim Trinken.

 

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