Posttraumatische Belastungsstörung (PTBS), Burnout und Depression. Teil 3

Posttraumatische Belastungsstörung (PTBS), Burnout und Depression. Teil 3

 

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Zum Teil1 der PTBS, Burnout, Depression

 

Zum Teil2 der PTBS, Burnout, Depression

 

Im ersten Teil dieser Reihe beschrieben wir die Grundzüge der Depression, im zweiten das Posttraumatische Belastungssyndrom und hier im dritten Teil den Burnout.

 

Burnout ist eine neue Wortschöpfung für ein altbekanntes Phänomen. Es kommt aus dem Englischen und bedeutet „Ausgebranntsein“. Nun, Beschreibungen über das Burnoutsyndrom gibt es viele, sogar Therapievorschläge, aber im internationalen Diagnoseschlüssel ICD-10, der international gültig ist, wird das Burnoutsyndrom eben nicht als eigenständige Erkrankung geführt sondern als ein Problem der Lebensbewältigung und damit ist es per definitionem keine echte, eigenständige Krankheit.

 

Mit dieser Einschränkung werden krankheitsspezifische Leistungen wie Therapie, Berentung etc. nicht zwangsläufig gewährt. Bei der Diagnose der Depression, meiner Meinung nach auch die ausreichende Diagnose hinsichtlich Therapie und weiterer Lebensgestaltung, durchaus.

 

Liest man sich die Beschreibungen zu dem Burnout durch, dann reicht an sich die Diagnose reaktive Depression. Damit ist gemeint eine Depression oder Niedergeschlagenheit aufgrund äußerer Umstände. Selbstverständlich spielen hierbei immer persönliche Umstände eine Rolle, der eine verträgt Schicksalsschläge besser als andere. Aber es ist unstrittig, dass harte Einschläge im Leben weitestgehend immer mit einer reaktiven Depression einhergehen. Auf der anderen Seite sei erwähnt, dass Studien darüber, wieso einige Menschen sehr alt werden und andere nicht, ergeben, dass die alt gewordenen erstens regelmäßig kräftige Schicksalsschläge hinnehmen mussten, auch eben deshalb nicht immer ein Leben in Zuckerwatte führen konnten, wie Armut, Verlust aller Lebensumstände durch Krieg oder anderes, und gleichzeitig ihren Lebensmut, den Wunsch unbedingten Überlebens und ihren Optimismus nicht aufgegeben haben.

 

Und nur so den Lebensumständen trotzen konnten. Wie heißt es im Volksmund: was uns nicht tötet, macht uns härter. Da ist was Wahres dran, auch wenn es banal klingt.

 

Was ist unter dem Burnout beschrieben? So viel und teilweise nicht leicht verständlich, dass ich an dieser Stelle nur eine kurze Zusammenfassung geben möchte gespickt mit eigenen Erfahrungen als Arzt und als selbst betroffener Mensch.

 

Im Prinzip fassen die Autoren unter dem Burnout eine Abgeschlagenheit, Leistungsunfähigkeit aufgrund beruflicher Anforderungen zusammen. Ganz ketzerisch möchte man fast sagen, na, dann wechsle doch den Beruf. Ketzerisch, weil für die Professionellen in diesem Heilberuf nicht profitabel und bei den Betroffenen nicht leicht durchführbar.

 

Ein Kennzeichen scheint sich herauszukristallisieren, die Betroffenen haben meist einen Beruf mit hohem und öffentlich einsehbarem Leistungspotential. Bei Ärzten, Leistungssportlern oder deren Trainern, Managern, Politikern kommt diese Krankheit oder besser gesagt Problem der Lebensbewältigung gehäuft vor.

 

Die Prominentesten, die es öffentlich zugegeben haben, weshalb ich die Namen veröffentlichen darf ohne Verletzung von Gesetzen, sind Ursula von der Leyen (aktuell Bundesministerin für Arbeit und Soziales, sie bezog sich bei ihrer Schilderung des Burnouts auf ihre Arbeitszeit als Ärztin), Sven Hannawald (Skispringer), Fussballprofis und deren Trainer mit teilweise fatalen Folgen wie Suizid.

 

Dazu muss bemerkt werden, dass jede depressive Erkrankung, und ich möchte den Burnout der Depression zuordnen, eine erhöhte Wahrscheinlichkeit eines Selbstmordes in sich trägt. Immer und ohne Ausnahme. Diese Feststellung soll bedeuten und sei an Erkrankte und Angehörige, Freunde gerichtet, Vorsicht! Der Suizid kommt immer mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit und sollte offen thematisiert werden. Damit es nicht geschieht. Und noch eines: der Selbstmord kann so gesehen als Symptom der Grunderkrankung der Depression gesehen werden und nicht als Selbstbestimmung eines freien Menschen. Zu Recht gilt der Suizid in unserer europäischen Kultur als falsch, ebenso in vielen Religionen, dem Buddhismus ( für mich keine Religion, sondern ein Lebensweg durch den Prinzen Gautama Siddharta, später bekannt als „Buddha“, formuliert) und durch eigene Anschauung im eigenen Tod wegen meines Motorradunfalles vor einem Jahr. Darüber habe ich bereits berichtet und will mich nicht wiederholen, aber als ich im Totenreich war, habe ich 2 Selbstmörder und ihre Behandlung erlebt. Nur so viel: das scheinbare Leid im Diesseits ist nichts gegen das im Jenseits nach einem Suizid. Also bleiben Sie besser hier.

 

Noch einmal zu den Merkmalen des Burnouts. Die Betroffenen fühlen sich durch den Beruf, die Lebensumstände ausgelaugt. Dazu gehört ein hohes Anforderungsprofil an den Beruf. Auch in der Öffentlichkeit. Als Arzt kann ich selbst schildern, dass wir Ärzte zwar ein beachtliches Wissen haben, aber in der Natur der Behandlung von Patienten liegt es, dass wir oft an die Grenzen unseres Wissens und vor allem unserer Erfahrungen stoßen.

 

Einfach gesagt denkt der Patient, er sei bei einem Fachmann, der ihn leicht mit seinem Wissen heilen kann, und für uns ist oft eine Erkrankung genauso undurchsichtig, wie dem Patienten. In meiner Allgemeinarztpraxis konnte ich nahezu über 95% der Krankheiten erkennen und kompetent behandeln. Im Falle des Nichtwissens hatte ich Zeit, bei Kollegen einen guten Rat einzuholen. In der Notfallmedizin habe ich auch nach 6 Jahren vor Dienstbeginn vor Angst der eigenen Inkompetenz Bauchschmerzen bekommen. Den Kollegen, egal wie lange im Beruf, ging es ähnlich. Angst vor der unzureichenden Kenntnis. In der Notfallmedizin hat man auch naturgemäß keine Zeit, eine zweite Meinung einzuholen.

 

Bei den Sportlern ist es ebenso, die können trainieren wie sie wollen, wie soll der Torwart die unmöglichen Bälle, die er gestern noch gehalten hat, wieder halten, wie soll der einzigartige Skispringer weiter springen als die anderen, wie soll ein Michael Schuhmacher nach 7 WM-Titeln den achten holen?

 

So gesehen und stark vereinfacht dargestellt, ist ein Burnout eine Diskrepanz zwischen der subjektiven Leistungsbereitschaft und dem gefühltem Anforderungsprofil.

 

Therapeutisch kann da nichts hilfreich sein, außer man gibt den Beruf mit der persönlichen Überforderung auf. Oder….. man weiß, dass man ohnehin Durchschnitt ist, gemessen an den Kapazitäten eines Faches.

 

Schlagwörter Burnout depression posttraumatische belastungsreaktion sportler suizid selbstmord mavera maveracream

 

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Kommentare: 1
  • #1

    Robert (Donnerstag, 03 Mai 2012 13:24)

    Ein Link zu Georg Schramm, ab der 10. Minute über das PTBS.

    http://youtu.be/jRjWhm7q55I

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